„Glück Auf! – Down Under in Niedersachsen“

 

Im Februar unternahm die IT-Abteilung von Actemium Deutschland einen Ausflug zum Endlager Konrad in Salzgitter. Es ist Deutschlands erstes nach Atomgesetz genehmigtes Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Die Schachtanlage Konrad ist ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk.

Bevor wir zum Schacht gefahren sind haben wir eine kleine Einführung in der Informationsstelle „INFO KONRAD“ durch einen Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz erhalten.

Dort wurden wir zum Thema radioaktive Abfälle aufgeklärt. Ebenso welche Voraussetzungen für ein Endlager bestehen und wie mit diesem in Bezug auf Sicherheit der Lagerung verfahren wird. Zum Beispiel sollte ein Endlager eine bestimmte Gesteinsschicht aufweisen um so einen natürlichen Schutz vor radioaktiver Strahlung zu bieten. Es gibt sogenannte Einlagerungskammern, das sind bergmännisch hergestellte Hohlräume, in denen die radioaktiven Abfälle eingelagert werden.

Darüber hinaus erläuterte man uns, dass es sich bei den radioaktiven Abfällen die im Schacht Konrad eingelagert werden, nicht um Abfälle aus Atomkraftwerken, sondern beispielsweise aus dem medizinischen Bereich handelt. Wenn das Endlager voll ist wird es komplett verfüllt und mit einem „Deckel“ versiegelt.

Nach der fast einstündigen Einführung mit anschließender Fragerunde machten wir uns mit dem Auto von der Informationsstelle „INFO KONRAD“ auf zum Schacht.

In der Schachtanlage angekommen, erhielten wir nach einer Kontrolle am Eingangstor unsere Besucherausweise. Im weiteren Verlauf wurden wir gemeinschaftlich in ein Besprechungszimmer geführt. Dort erhielten wir eine Sicherheitsunterweisung für die Fahrt Untertage, Sicherheitsausrüstung und Schutzkleidung. Unter anderem gehören dazu ein Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Grubenlampe und ein Sauerstoffselbstretter (…ist ein kleines Atemschutzgerät mit Drucksauerstoff).

Sobald jeder eingekleidet war und seine Ausrüstung angelegt hatte, begleitete uns der Tour Guide zum Aufzug. Dort begann die Fahrt in die Grube, die ungefähr 4 Minuten dauert. Diese liegt etwa einen Kilometer unter dem Meeresspiegel.

Unten angekommen bemerkte man direkt einen Anstieg der Temperatur. In der Grube können Umgebungstemperaturen von mehr als 30°C vorkommen. Nachdem wir ein paar Meter durch einen kleinen Tunnel gegangen sind, kamen wir an einem Fahrzeug an mit dem wir durch die Tunnelanlage gefahren wurden.

Dabei fuhren wir an Werkstätten, Generatoren, Aufenthaltsräumen und einigen Bergbaufahrzeugen vorbei. Dort sahen wir auch Schaltschränke, die von Actemium Deutschland installiert und verwaltet werden.

Die Tunnelanlage wirkt wie ein Labyrinth. Nachdem wir durch eine Schleuse gefahren sind, wurde es wärmer und stickiger. Die Luft war deutlich mit Staub gefüllt.

Bei einem Zwischenstopp erhielten wir Informationen über die Gesteinszusammensetzung und es wurden Werkzeuge gezeigt, die zur Sicherung der Tunnel genutzt werden. Zudem gab es Erläuterung über das Belüftungssystem der Schachtanlage, die den Sauerstoff von der Oberfläche nach unten pumpt.

Daraufhin sind wir noch ein paar Minuten weitergefahren und an der momentan noch nicht komplett fertiggestellten Einlagerungstrecke angekommen. Dort wurde uns der Ablauf des Transports und der Einlagerung erläutert, sowie die Verfüllung der Resthohlräume und Einlagerungstrecke mit Hilfe eines speziellen Betongemisches.

Danach begann die Fahrt zurück zum Schachteingang und die gemeinsame Auffahrt zurück an die Oberfläche, wobei wir noch mehr über die Arbeit als Bergmann im Schacht Konrad in Erfahrung bringen konnten.

An der Oberfläche angekommen, nach zwei Stunden Aufenthalt Untertage, erhielten wir einen kleinen Imbiss und hatten noch eine Nachbesprechung bei der unser Tour Guide die verbleibenden Fragen beantwortete. Hinterher gaben wir unsere Schutzkleidung ab und machten uns bereit für die Heimreise.

Die Fahrt zeigte mir deutlich den hohen Aufwand für eine Entsorgung des Materials und die Notwendigkeit an qualifizierten Personal, welches sich an die strengen Vorschriften und Regeln, die in Deutschland für Atommüll gelten, zu halten haben. Die Einhaltung dieser strengen Vorschriften ist wichtig, um die Sicherheit der Bevölkerung bei der Handhabung mit diesen gefährlichen Stoffen gewährleisten zu können.

Ergänzend zu den Arbeiten Untertage ist mir Folgendes aufgefallen und bewusstgeworden. In einem Ernstfall ist eine schnelle Flucht aus der Grube oder Hilfeleistung in der Grube von oben nicht möglich. Deshalb erfordert die Arbeit Untertage eine extrem hohe Aufmerksamkeit jedes einzelnen, wodurch der Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit eine sehr hohe Rolle spielen. Dies fördert meiner Ansicht nach auch die Kameradschaft unter den Bergmännern und das Bewusstsein sich auf seine Kollegen verlassen zu können.

Überdies fiel mir dazu eine Parallele zu der Null-Unfälle Leitlinie unserer Firma auf. Richtig bewusst wurde sie mir Untertage. Sich bei der Arbeit an die Sicherheitsvorschriften zu halten und vielleicht zweimal hinzuschauen bevor man etwas macht, kann darüber entscheiden einen Unfall zu vermeiden. Deshalb sollte jeder auf den Anderen achten und auf mögliche Gefahren hinweisen.

Abschließend kann ich sagen, dass man viele neue Eindrücke aus der Befahrung der Schachtanlage mitnehmen konnte und bedanke mich für diese Erfahrungen.

 

Martin

 

Quellen/Link zu radioaktiven Abfällen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall

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